
6 typische Stolpersteine in HR-Skill-Matrizen
…und wie Sie sie vermeiden
#SkillMatrix #WorkforcePlanning #LearningAndDevelopment #PeopleAndCulture
Skill-Matrizen sollen Transparenz über Fähigkeiten schaffen, Skill-Gaps sichtbar machen und Entwicklung gezielt steuern. In der Praxis werden sie aber oft zu Excel-Monstern, die einmal mit großem Aufwand erhoben und dann nie wieder angeschaut werden.
In meinen Projekten sehe ich immer wieder die gleichen Muster. Diese sechs Stolpersteine treten besonders häufig auf – und lassen sich mit ein paar Klarheiten gut umgehen.
1. Keine klare Frage – nur eine schöne Tabelle
Stolperstein:
Eine Skill-Matrix wird erstellt, „weil man das jetzt so macht“. Es ist unklar:
Welche Entscheidungen damit unterstützt werden sollen
Wer die Matrix wofür konkret nutzt
Welche Fragen sie für HR, Führung und Business beantwortet
Ergebnis: viel Datensammelei – wenig Wirkung.
Was hilft:
Starten Sie mit 2–3 Kernfragen, z. B.:
„Welche Skills fehlen uns für unsere Strategie der nächsten 3 Jahre?“
„Welche Teams sind besonders stark oder verwundbar?“
„Wo lohnt sich Qualifizierung statt Neueinstellung?“
Erst dann designen Sie die Matrix. Und: Binden Sie Führungskräfte früh ein, damit es nicht als reine HR-Übung wahrgenommen wird.
2. Zu grob oder zu detailliert – beides unbrauchbar
Stolperstein:
Entweder sind die Kategorien so allgemein („Kommunikation“, „IT-Kenntnisse“), dass niemand etwas damit anfangen kann – oder so kleinteilig, dass niemand sie pflegen kann.
Was hilft:
Finden Sie ein arbeitsnahes Niveau:
Skills so konkret, dass man sie im Alltag erkennen und beurteilen kann
aber so gebündelt, dass die Matrix noch pflegbar bleibt
Faustregel: Lieber wenige, gut beschriebene Skills, die für Strategie und Alltag relevant sind, als eine Vollständigkeitsillusion.
3. Nur Fachskills – keine Future Skills & Verhaltensaspekte
Stolperstein:
Viele Skill-Matrizen fokussieren ausschließlich auf Fach- und Systemkenntnisse. Unterbelichtet bleiben:
Future Skills (z. B. Lernfähigkeit, Kollaboration, digitales Mindset)
Verhaltensaspekte (z. B. Konfliktkompetenz, Führung, Change Readiness)
Gerade in Transformation und KI-Kontext werden diese „weichen“ Themen zu harten Erfolgsfaktoren.
Was hilft:
Denken Sie Ihre Matrix zweidimensional:
Fachliche Fähigkeiten (rollen- und bereichsspezifisch)
Überfachliche Fähigkeiten (für Zusammenarbeit, Führung, Wandel)
So entsteht ein realistischeres Bild von der Zukunftsfähigkeit Ihrer Organisation.
4. Einmal erhoben – dann veraltet
Stolperstein:
Es wird ein großer Aufwand in die Ersterhebung gesteckt, danach passiert… nichts. Nach 6–12 Monaten ist die Matrix faktisch veraltet – Rollen haben sich verändert, Menschen sind gegangen oder hinzugekommen.
Was hilft:
Verstehen Sie Skill-Matrizen als Prozess, nicht als einmaliges Projekt:
Klare Zyklen (z. B. jährliche Aktualisierung, Impuls vor größeren Transformationsprojekten)
Verknüpfung mit bestehenden Prozessen (z. B. Mitarbeitergespräche, Workforce-Planung, Nachfolgeplanung)
Geklärte Verantwortlichkeiten: Wer hält welchen Teil aktuell?
Nur dann wird aus der Momentaufnahme ein echtes Steuerungsinstrument.
5. Reine Selbsteinschätzung – ohne Kalibrierung
Stolperstein:
Mitarbeitende bewerten ihre Skills selbst – ohne gemeinsame Maßstäbe, ohne Abgleich, ohne Dialog. Das führt zu:
starken Unterschieden in der Selbsteinschätzung
endlosen Diskussionen, „was 3 von 5 jetzt genau heißt“
Was hilft:
Arbeiten Sie mit klar beschriebenen Niveaustufen (z. B. „Grundlagen anwenden“, „selbstständig arbeiten“, „andere coachen“).
Kombinieren Sie Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung (Führungskraft oder Peer).
Nutzen Sie Kalibrierungsrunden (z. B. im Führungskreis), um das Verständnis von Niveaus anzugleichen.
So wird aus Meinungsbildern ein halbwegs konsistentes Gesamtbild.
6. Kein Link zu Entscheidungen – die Matrix bleibt folgenlos
Stolperstein:
Die Skill-Matrix existiert, aber sie verändert nichts. Sie hat keinen erkennbaren Einfluss auf:
Personalentwicklung
Projektbesetzungen
Recruiting-Profile
Nachfolgeplanung
Dann wird sie beim zweiten Durchlauf kaum noch ernst genommen.
Was hilft:
Definieren Sie vorab, wofür die Matrix genutzt wird. Zum Beispiel:
PE-Planung: Welche Skill-Gaps fließen in Trainings- und Entwicklungsprogramme ein?
Projektbesetzung: Wie hilft die Matrix bei der Auswahl von Teammitgliedern für wichtige Initiativen?
Recruiting: Welche Erkenntnisse beeinflussen zukünftige Stellenausschreibungen und Profile?
Eine Skill-Matrix, die an konkrete Entscheidungen gekoppelt ist, bekommt Gewicht – und wird gepflegt.
Fazit: Skill-Matrizen sind kein Selbstzweck
Skill-Matrizen können ein starkes Werkzeug sein, um Organisationen auf Zukunft und Transformation auszurichten. Sie werden aber nur dann wirksam, wenn:
klar ist, welche Fragen sie beantworten sollen,
die Flughöhe stimmt (weder zu grob noch zu kleinteilig),
Fach- und Future Skills berücksichtigt werden,
sie regelmäßig aktualisiert werden und
sie sichtbar auf Entscheidungen und Maßnahmen einzahlen.
Kurz gesagt:
Eine gute Skill-Matrix ist kein HR-Dokument,
sondern ein gemeinsames Steuerungsinstrument für HR, Business und Führungskräfte.
Wenn Sie Ihre Skill-Matrix so aufsetzen oder weiterentwickeln möchten, dass sie wirklich genutzt wird – und nicht in der Schublade landet –, begleite ich Sie gern dabei.
von Kathrin Lechner | 02.09.2025
Mini-Check: Wirkt Ihre Skill-Matrix wirklich?
Praxis-Impuls: Klein anfangen statt alles neu
Wählen Sie einen Bereich oder ein Schlüsselteam aus und stellen Sie die Frage:
„Welche 5–7 Skills sind für unsere Zukunft wirklich entscheidend?“
Arbeiten Sie mit dieser fokussierten Mini-Matrix – und testen Sie, wie sie Entscheidungen und Entwicklung unterstützt, bevor Sie das gesamte Unternehmen „durchmatrizieren“.
Praxis & Erfahrungen
Kreuzen Sie im Kopf an:
Ist klar definiert, wofür Ihre Skill-Matrix genutzt wird (z. B. PE, Workforce-Planung, Projekte)?
Wird sie mindestens einmal im Jahr aktualisiert?
Hat sie sichtbaren Einfluss auf Entscheidungen (z. B. Trainings, Besetzung, Recruiting)?
Wenn Sie hier zögern, ist Ihre Skill-Matrix eher Inventarliste als Steuerungsinstrument.
bessere Grundlage für Workforce- und Nachfolgeplanung
gezieltere Personalentwicklung & Lernangebote
transparentere Projekt- und Rollenbesetzung
klarere Diskussionen über Future Skills statt nur Stellenprofile
Wofür eine gute Skill-Matrix wirklich nützt

Lessons Learned – 6 typische Stolpersteine in HR-Skill-Matrizen
Skill-Matrizen sollen Orientierung geben – in der Praxis laufen sie jedoch oft ins Leere: einmal erhoben, nie wieder genutzt, ohne echten Einfluss auf Entscheidungen.
In dieser kompakten Übersicht habe ich 6 typische Stolpersteine zusammengefasst, die mir in HR- und Transformationsprojekten immer wieder begegnen – jeweils mit einer konkreten Reflexionsfrage, mit der Sie Ihre eigene Skill-Matrix kritisch prüfen können.
So können Sie die Lessons Learned einsetzen:
als Impuls in HR- oder Führungskreisen, um über den Status quo Ihrer Skill-Matrizen zu sprechen
als Grundlage für einen Workshop zu Kompetenzmanagement und Workforce-Planung
als Check vor dem nächsten Relaunch einer Skill-Matrix oder eines Skill-Projekts
Ideal für HR-Teams, Führungskräfte und alle, die Skill-Matrizen wirksamer machen wollen.
Jetzt kostenlos herunterladen und starten.
Hinweis: Diese Lessons Learned bieten eine erste Struktur und Impulse zur Reflexion Ihrer Skill-Matrizen. Sie ersetzen keine vollständige Skill-Strategie und kein detailliertes Organisationsdesign, sondern ergänzen bestehende Ansätze um eine praxisnahe HR-Perspektive.
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